Was ist das PStTG?
Das Plattformen-Steuertransparenzgesetz (PStTG) trat am 1. Januar 2023 in Kraft und setzt die EU-Richtlinie 2021/514 (DAC7) in deutsches Recht um. Es verpflichtet Betreiber digitaler Plattformen, Daten über ihre Nutzer an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zu melden.
Welche Plattformen sind betroffen?
Das PStTG erfasst Plattformen, die folgende Tätigkeiten ermöglichen:
- Verkauf von Waren (Vinted, eBay, Etsy, Amazon Marketplace)
- Vermietung von Immobilien (Airbnb, Booking.com)
- Erbringung persönlicher Dienstleistungen (Fiverr, TaskRabbit, Upwork)
- Vermietung von Transportmitteln (Turo, getaround)
Ausgenommen sind Plattformen, die ausschließlich Zahlungen abwickeln oder Werbung schalten.
Was müssen Plattformen melden?
Für jeden meldepflichtigen Verkäufer übermitteln Plattformen jährlich bis zum 31. Januar folgende Daten an das BZSt:
- Vor- und Nachname, Anschrift
- Steueridentifikationsnummer (IdNr.) oder Geburtsdatum
- IBAN des Zahlungskontos
- Gesamtbetrag der erzielten Gegenleistungen (quartalsweise aufgeschlüsselt)
- Anzahl der Transaktionen
- Einbehaltene Gebühren
Wann wird man gemeldet?
Meldepflichtig ist, wer auf einer Plattform im Kalenderjahr:
- mehr als 30 Transaktionen ODER
- mehr als 2.000 € Gegenleistungen erzielt hat
Wer beide Grenzen unterschreitet, wird nicht gemeldet.
Bußgelder — aber nicht für Verkäufer
Das PStTG richtet sich gegen Plattformen, nicht gegen Nutzer. Plattformen, die ihre Meldepflichten verletzen, riskieren Bußgelder bis zu 30.000 € pro Verstoß.
Als Verkäufer droht dir durch das PStTG kein Bußgeld. Das Risiko liegt im deutschen Einkommensteuergesetz (EStG): Wenn das Finanzamt Einnahmen sieht, die du nicht erklärt hast, kann es Nachzahlungen, Zinsen und im schlimmsten Fall ein Steuerstrafverfahren einleiten.
Der 300-Millionen-Skandal
2024 berichtete die Tagesschau über angeblich 300 Millionen Euro Steuerschulden von Plattformnutzern — die Zahl wurde aus hochgerechneten DAC7-Daten abgeleitet und von verschiedenen Medien übernommen. Die Grundlage der Schätzung ist unklar; viele der gemeldeten Einnahmen dürften auf steuerfreie Privatverkäufe entfallen. Die mediale Aufmerksamkeit hat jedoch dazu geführt, dass viele Finanzämter DAC7-Daten aktiver auswerten.
Fazit
Das PStTG schafft Transparenz — nicht mehr und nicht weniger. Was du mit dieser Transparenz machst (und ob du Handlungsbedarf hast), hängt von deiner individuellen Situation ab. Unser Rechner hilft dir, das in 2 Minuten herauszufinden.