guide

Brief vom Finanzamt wegen Online-Verkäufen? Das solltest du jetzt tun

2026-02-10

Nicht in Panik geraten

Ein Brief vom Finanzamt klingt beängstigend — aber er ist oft nur eine Anfrage, kein Bescheid. Seit die ersten DAC7-Meldungen im Januar 2024 eingingen, haben viele Finanzämter sogenannte Kontrollmitteilungen oder informelle Anfragen verschickt: "Wir haben gesehen, dass du Einnahmen auf Plattform X hattest — bitte erkläre."

Das ist kein Angriff. Das ist ein erster Schritt zur Klärung.

Schritt 1: Brief genau lesen

Was fordert das Finanzamt genau?

  • Anfrage zur Erläuterung: erkläre, um welche Art von Verkäufen es sich handelt
  • Aufforderung zur Abgabe einer Steuererklärung: du sollst eine Erklärung nachreichen
  • Prüfungsankündigung: formelleres Verfahren, hier ist ein Steuerberater ratsam

Notiere dir die Frist — und halte sie ein.

Schritt 2: Unterlagen zusammenstellen

Besorge dir:

  • Transaktionshistorie von der Plattform (meist als CSV herunterladbar)
  • Kaufbelege für die weiterverkauften Artikel (Kassenbon, PayPal-Beleg, Ebay-Kauf)
  • Ggf. bereits abgegebene Steuererklärungen

Schritt 3: Deine Situation einschätzen

Privatverkauf: Du hast eigene gebrauchte Sachen verkauft, die du selbst genutzt hast? → Erkläre das kurz und bündig, mit Belegen.

Gewerblicher Charakter: Du kaufst Ware gezielt zum Weiterverkauf? → Hole dir sofort einen Steuerberater. Möglicherweise müssen Erklärungen nachgereicht oder eine Gewerbeanmeldung vorgenommen werden.

Schritt 4: Fristgerecht antworten

Schreibe eine sachliche, knappe Antwort. Erkläre:

  • Art der Verkäufe (eigene gebrauchte Gegenstände / gewerblich)
  • Ungefähre Einnahmen
  • Warum du keine Steuerpflicht siehst (wenn das der Fall ist)

Lege Belege bei.

Schritt 5: Proaktiv bleiben

Wer frühzeitig und kooperativ reagiert, hat deutlich bessere Chancen auf eine unkomplizierte Lösung. Schweigen ist die schlechteste Option.

Tipp: Wenn die Einnahmen über 5.000 € liegen oder Unsicherheit besteht, lohnt sich ein Steuerberater — die Kosten sind in der Regel deutlich geringer als mögliche Nachzahlungen oder Bußgelder.

Prüfe dein DAC7-Risiko — kostenlos in 2 Minuten

Kostenlos prüfen →